Sie sind hier

UN-Dekade Biologische Vielfalt

UN-Dekade_Logo_2019_500x85px_RZ01.jpg-

Am 12. September 2019 wurde das Projekt „Gemeinsam wachsen“ der Natur- und Lernwerkstatt Kudammhof e.V. durch die UN-Dekade Biologische Vielfalt 2019 ausgezeichnet.

UN-Dekade Biologische Vielfalt
Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2011 bis 2020 als UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um dem weltweiten Rückgang der Naturvielfalt entgegenzuwirken. Ein breit verankertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft für den großen Wert der Natur ist eine wichtige Voraussetzung. Die UN-Dekade Biologische Vielfalt in Deutschland lenkt mit dem Sonderwettbewerb „Soziale Natur - Natur für alle“ den Blick auf die Chancen, die die Natur für den sozialen Zusammenhalt bietet. Ausgezeichnet werden vorbildliche Projekte an der Schnittstelle von Natur und sozialen Fragen, die zeigen, wie konkrete Maßnahmen praktisch aussehen.
IMG_1980.jpg
Biologische Vielfalt
Der Begriff „biologische Vielfalt“ umfasst die Vielzahl der Tier- und Pflanzenarten sowie die Vielfalt der Mikroorganismen und Pilze. Einbezogen wird auch die genetische Vielfalt innerhalb der Arten, die sich bei Pflanzen in den verschiedenen Sorten wiederspiegelt und sich bei Tieren mit den Rassen verbindet. Aber auch die verschiedenen Lebensräume und komplexe ökologische Wechselwirkungen sind Teil der biologischen Vielfalt. Die Biodiversität ist Voraussetzung für das Funktionieren der Ökosysteme mit ihren verschiedenen Ökosystemleistungen.
Mehr Informationen finden Sie unter www.undekade-biologischevielfalt.de.

Das Projekt „Gemeinsam wachsen“
Unter diesem Motto entwickeln sich in der jungen Natur- & Lernwerkstatt e.V. viele Ideen zu sichtbaren Projekten. Rahmen für alles, was entsteht, ist der ökologisch wirtschaftende Bauernhof „Der Kudammhof“. Gemeinsam mit einer halbjährlich wechselnden Gruppe von 10 Förderschülern der Paul-Klee-Schule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung werden Projekte in Wald/Flur und auf dem Acker umgesetzt. Die Jugendlichen im Alter von 14-18 Jahren halten sich in ihrer Freizeit heutzutage kaum draußen in der Natur auf. Ein Kontakt nach außen erfolgt durch Smartphone, Internet und Co. Auch ein Bewusstsein für ökologisch hergestellte Lebensmittel fehlt. Häufig kommt ein schwieriges soziales Umfeld zu den geistigen und körperlichen Einschränkungen dazu.
Einmal in der Woche kommt die Förderschulgruppe im Rahmen eines Praxistages zu uns auf den Hof. Neben dem Kontakt durch die regelmäßige Versorgung der Bauernhoftiere (Huhn, Kuh und Pony) wird ihre Wahrnehmung geschärft, wie unterschiedlich die Tiere gehalten werden. Ein Schüleracker wurde mit alten Kartoffelsorten ökologisch bestellt. Der blaue Schwede, die rote Emalie und die altbekannte Linda brachten den Kindern die biologische Vielfalt alleine schon bei den Kartoffelsorten nahe. Die Weidenbüsche in den Hühnerausläufen werden von den Schülern geschnitten und gemeinsam haben wir begonnen, einen Naturspielplatz anzulegen. Ein Weidentippi, ein Tunnel und ein Naturzaun sind entstanden. Die Früchte dieser Anlagen werden wir gemeinsam wachsen sehen. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Beerenhecke angepflanzt. Von der Hand in den Mund Beeren zu naschen, ist für viele Kinder heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Anlagen dienen nicht nur unseren Förderkindern, sondern auch den Schulklassen die uns aus unterschiedlichen Schulformen besuchen, als Bewegungsraum und Kontakt zur Natur.
Die Förderschüler entdecken bei den vielfältigen Herausforderungen Fähigkeiten, die ihnen im besten Fall auf ihrem weiteren beruflichen Weg die Chance auf eine Ausbildung und so den Weg auf den 1. Arbeitsmarkt ebnen. Sich etwas zuzutrauen, sich zu motivieren und durchzuhalten ist eine große Herausforderung für die Jugendlichen und auch für uns. Gemeinsam wachsen wir daran. Wir lernen zu entschleunigen, freuen uns über kleine Schritte. Der ein oder andere wächst über sich hinaus und macht große Fortschritte.

Bezug zur biologischen Vielfalt
Zusammen - im Rahmen eines Besuches von Förderschülern aus der 5. Klasse - haben die Großen mit den Kleinen Insektenhotels gebaut. Aufgestellt haben wir diese auf dem Schüleracker, wo die bunte biologische Vielfalt der alten Kartoffelsorten in der Blüte leuchtete, umgeben von einem Sonnenblumenfeld. Weitere Hotels und die Anlagen aus Hecken und Weidenbauten dienen den unterschiedlichsten Vogel- und Insektenarten als Versteck, Nahrungs- und Nistplatz und tragen so zu einem Kreislauf für die biologische Vielfalt bei.

Hier noch ein Artikel der Celleschen Zeitung vom 13.9.19 zur Auszeichnung.

AnhangGröße
PDF icon Cellesche Zeitung 13.09.19.pdf974.02 KB

Zum Seitenanfang